Die fünf goldenen Prinzipien

Unsere Farben

Die Farben des VDSt zu Heidelberg sind die Fa​rben des Deutschen Kaiserreichs, Schwarz-Weiß-Rot. Als im Jahr 1881 die ersten Vereine Deutscher Studenten gegründet wurden, wählte man aus Verbundenheit und Begeisterung die Farben der jüngst vereinigten deutschen Nation. Als 1919 die Weimarer Republik die Nationalfarben zu Schwarz-Rot-Gold änderte, sah der Verband der Vereine Deutscher Studenten (Kyffhäuserverband) darin keinen Grund, die eigenen Verbindungsfarben ebenfalls anzupassen. Wollte man damals noch ein politisches Statement abgeben, so ist die Beibehaltung der Farben, trotz Gründung der Bundesrepublik 1949, explizit nicht als ein solches zu verstehen. Die Farben der Vereine Deutscher Studenten sind historisch bedingt und stehen fern von heutig damit assoziierten Ideologien. Mit großem Unmut nimmt der VDSt zu Heidelberg die Vereinnahme seiner Farben durch Extremisten der radikalen Rechten und Falschinterpretationen wahr. Der Verein Deutscher Studenten ist demokratisch in seiner Organisation und in seinen Zielen. Wir stehen fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und fordern dies auch von unseren Mitgliedern. Extremismus und Rassismus lehnen wir strikt ab.

Unsere Gründungsgeschichte


12.01.1883

Der VDSt zu Heidelberg wurde am 12.01.1883 gegründet und im selben Jahr in den Dachverband des VVDSt aufgenommen.

1886

Im August 1886 beteiligte sich der VDSt zu Heidelberg mitsamt seiner kurz zuvor geweihten Paradefahne an den Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der ehrwürdigen Ruperto Carola.

1891

Die Gründung des Altherrenbundes vollendete die Umwandlung von einem Verein zu einer Korporation und die Verwirklichung des Lebensbundprinzips.

1914-1918

Einen tiefen, schicksalhaften Einschnitt erfuhr diese Entwicklung durch den Ersten Weltkrieg. Das Bundesleben kam völlig zum Erliegen, nachdem 34 Aktive des SoSe 1914 nach der Mobilmachung zu den Fahnen eingerückt waren. In den Kriegsjahren fanden insgesamt 46 Bundesbrüder den Tod. Nach dem Krieg kostete es große Mühe, den Bund wieder aufzubauen.

1931

Am 31. Januar 1931 konnte das zentral gelegene Bluntschli-Haus in der Plöck 68 erworben und bezogen werden. Der VDSt zu Heidelberg hatte somit das erste Mal in seiner Geschichte einen dauerhaft festen Ort für das Bundesleben.

1937

Im Rahmen der Gleichschaltung des NS-Regimes wurde der VDSt zu Heidelberg aufgelöst und das Haus beschlagnahmt.

1939-1945

Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges starben viele ehemalige VDSt Mitglieder. Das Haus wurde nach dem Ende des Krieges von den Amerikanern beschlagnahmt. Diese nutzten das Bluntschli-Haus als Offizierscasino.

1951

Am 08. Dezember 1951 fand die Wiedergründungsversammlung des VDSt zu Heidelberg statt. Das Bluntschli-Haus wurde zwei Jahre später wieder zurückgewonnen.

Die Geschichte des Bluntschli Hauses

1868 wurde das erste Privathaus des Architekten Alfred Friedrich Bluntschli für seinen Vater, den damaligen Professor für Staats- und Völkerrecht Johann Caspar Bluntschli, auf einem Teilgrundstück der Peterskirche erbaut. Das trapezförmige Grundstück schließt die Plöck zur Peterskirche ab und liegt auf dessen ehemaligen Friedhof.


Wie aber kam der Verein Deutscher Studenten zu Heidelberg an das Haus? 


Johann Caspar Bluntschli bewohnte das Haus von 1868 bis zu seinem Tode im Jahre 1881. Danach ging es über Umwege in den Besitz der Familie von Weizsäcker und schließlich an einen Stadtbeigeordneten, welcher es im Jahre 1930 an uns veräußerte. Bis zum Bezug des Hauses im Jahre 1931 erfolgten noch kleinere Umbaumaßnahmen im Hause. So wurden zum Beispiel im Zuge der Nutzbarmachung des großen Kneipsaals zwei Fenster zur Plöck verschlossen. An dieser Innenseite der Außenwand findet sich heute unser Prunkwappen sowie der Tisch des Präsidiums.

Nach kleineren und größeren Umbauten, wie zum Beispiel dem Ausbau des Dachgeschosses, fand die letzte größere Modernisierung des Hauses um das Jahr 2008 zum 125-jährigen Bestehen des Bundes statt. So wurde unter anderem wieder eine Bar in der Bundesetage etabliert, nachdem die alte bereits das zeitliche gesegnet hatte. Ebenso wurden in diesem Zuge öffentliche Bereiche zusammengezogen und befinden sich nun in der Mitte des Hauses in der 1. Etage.

Einen besonderen Höhepunkt stellt zweifelsohne der sog. Mannheimer Saal dar. Der ehemals kleine Kneipsaal mit seiner exponierten Lage am großen Kneipsaal und mit direktem Zugang zum Balkon mit Blick auf den Königsstuhl wurde rundum erneuert. Neben einer neuen Stuckdecke und dem dazugehörigen Kronleuchter wurde eine dem Haus angemessene Holzvertäfelung an den Wänden angebracht. Dies wäre jedoch nicht möglich gewesen, wenn uns hierbei nicht unsere Mannheimer Bundesbrüder unterstützt hätten. Und so trägt nicht nur der Raum den Namen Mannheimer Saal, es zieren neben zwei Mannheimer Stadtszenen auch die zwei Messingzirkel die Pforte des Saals.